Son Dakika

Die russischen Medien kritisieren Putin 

Die russischen Medien kritisieren Putin 

Der Kreml verbietet die Einfuhr von Früchten, Nelken und Hühnerfleisch aus der Türkei. Das trifft die türkische Exportwirtschaft nicht allzu hart. Dafür aber die russischen Verbraucher. 

Die Wirtschaftszeitung "RBC" zitierte den Bericht der russischen Alfa-Bank, deren Analysten der Meinung sind, dass die Türkei-Sanktionen bis zu 1,5 zusätzliche Prozentpunkte Inflation in Russland bedeuten könnten. Die Zeitung "Wedomosti" schrieb unter Berufung auf die Bank JP Morgan, dass die Inflation um zusätzliche zwei bis drei Prozentpunkte steigen könnte. 

Die Regierung vermied die sofortige Inkraftsetzung des Boykotts, um den Anstieg der Inflationsrate zu vermeiden. Man wolle den Händlern Zeit geben, um sich neue Lieferanten zu suchen, sagte Vizepremier Arkadi Dworkowitsch. Trotzdem gehen Ökonomen davon aus, dass die Strafmaßnahmen die Inflation beschleunigen werden. 

Nachdem Russland bereits auf den Import von Obst und Gemüse aus der EU verzichtet, gehörte die Türkei bislang zu den wichtigsten Lieferanten. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres wurden Lebensmittel im Gesamtwert von rund einer Milliarde Dollar aus der Türkei nach Russland eingeführt. Die beliebtesten Waren sind Tomaten und Zitrusfrüchte. 

Bei der Zusammenstellung der Verbotsliste ging die russische Regierung allerdings besonnen und selektiv vor. Orangen und Mandarinen dürfen nicht mehr importiert werden, Zitronen allerdings schon. Kein Wunder: 90 Prozent der importierten Zitronen kommen aus der Türkei. Aus dem gleichen Grund fehlt wohl auch Fisch auf der Sanktionsliste. Fast 90 Prozent einiger beliebter Fischarten kauft Russland in der Türkei. 

Die Redaktion   Diriliş Postası 

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